Erste Hilfe im Burnout: Ehrlich zu sich selber sein.

Burnout: Körper und Geist schalten um auf Sparbetrieb.

Ausgebrannt mit 25? Kein Problem. Der perfekte Lebenslauf und das heutige Nomadenleben fordern ihren Preis. Nach Studium im Rekordtempo, diversen Auslandsaufenthalten und erstem Job merkt so mancher: Das war’s erst mal. System overload.

Körper und Geist schalten um auf Sparbetrieb. Dann kommt die Frage, wie es weitergehen soll. Darüber diskutierten Coaches und Betroffene am Samstag (06.11.)  im Rahmen einer Gesprächsrunde der XING-Gruppe Coaching Hamburg. Referent war der Hamburger Burnout-Coach Dirk-Oliver Lange von LifeB Consulting. Das Interesse war so groß, dass die Veranstaltung schon eine Woche vor dem Veranstaltungstermin ausgebucht war.

Die Gespräche machten deutlich, was sich seit einigen Jahren abzeichnet. Es sind nicht mehr „nur“ die helfenden oder lehrenden Berufe, die vom Burnout betroffen sind. Es sind alle Berufe. Es sind auch nicht die Älteren, die es trifft. Es sind wir alle, vor allem auch die Jungen. Eines war nach der Veranstaltung klar. Das Thema ist so komplex, dass man es in einer Gesprächsrunde nur anreißen kann. Deshalb werden wir das Gespräch über Burnout in der XING-Gruppe weiterführen. Und wir werden im nächsten Jahr eine weitere Veranstaltung dazu anbieten.

Für alle, die gerne wissen wollen, was sie bei einem Burnout tun können, hier ein paar Tipps:

Prävention ist wie überall das Hauptziel. Wichtig ist es, einem Burnout vorzubeugen und schnell zu reagieren. Ein Burnout verläuft in mehreren Stufen. Professionelle Hilfe ist fast immer ein Muss. Coaching ist zunächst das Mittel der Wahl. Ab einem gewissen Punkt bleibt aber nur der Gang zum Psychotherapeuten oder in die Klinik.

Größte Hürde in unserer erfolgsfixierten Gesellschaft ist, dass Burnout-Betroffene sich nicht eingestehen, dass sie Probleme haben. Angst? Kann man ja mal haben. Ausfallerscheinungen? Das geht vorbei, wenn ich wieder mal die Chance habe, mich richtig zu erholen. Überreagiert? Passiert in diesem Stressjob halt mal. Burnout-Kandidaten erhalten oft frühzeitig Rückmeldungen durch ihre Umgebung – oder durch ihren Körper. Wer das Gefühl hat, dass sein Leben aus dem Ruder läuft, sollte zügig Hilfe suchen. Je früher, desto besser.

Wichtig ist es, die eigenen Grenzen zu erkennen. Und sich selber welche zu setzen. Letzteres fällt besonders schwer.

Wie lebe ich, wie arbeite ich? Sinnvoll ist es, die bisherige Lebens- und Arbeitsweise auf den Prüfstand zu stellen. Es gilt oft, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Körperliche Bewegung und gesunde Ernährung tun Wunder.

Grenzen setzen. Fast jeder kennt das. Man sagt „ja“, denkt aber „lieber hätte ich NEIN gesagt“. Konsequent sein. Bei sich bleiben und auf sich achten.

Sichtweisen ändern. In der systemischen Familientherapie und im NLP ist der Begriff des „Reframing“ wohlbekannt. Durch Reframen kann ich meine Situation umdeuten, ihr eine andere Bedeutung geben. Konflikte können so vermieden werden, Probleme erscheinen lösbar.

Dem inneren Antreiber Grenzen setzen. Burnout-Kandidaten kennen die Formulierung „ich muss jetzt ganz schnell noch das und das erledigen“ nur allzu gut. Oft wissen sie, dass der Antreiber alles andere als gesund für sie ist. Trotzdem geben sie ihm viel Raum.

Der eigenen Berufung folgen. Das ist meines Erachtens die Hauptaufgabe. Mehr zu diesem Punkt in Kürze.

Weitere Veranstaltungen sind in Planung. Wer Ideen und Vorschläge für Themen hat: Nicht zögern! Mailen an Helge Weinberg / hamburgcoaches@yahoo.de oder hier einfach einen Kommentar schreiben.

Die Moderatoren der XING-Gruppe Coaching Hamburg.

Helge Weinberg, Angelika Ballosch,  Ørjan Graf