Der Panda geht in Deckung: WWF-Krisenkommunikation läuft nur langsam an.

Der WWF steht weiterhin unter schwerem Beschuss. Bisher hat die Naturschutzorganisationen der Entrüstung ihrer Fans nur wenig entgegen zu setzen. Auslöser der Krise war die ARD-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“.

Die Diskussion auf der Website des WWF läuft weiter. Allerdings ist das kaum die geeignete Plattform, wie Blogger Thomas Knüwer in seiner Kritik anmerkte. Ein Live-Chat wäre die bessere Lösung gewesen. Mittlerweile gibt es rund 830 Kommentare im Forum. Die Netzanbindung ist wackelig, die Seite unübersichtlich.

Am liebsten gar nicht darauf hinweisen: WWF-Krisenkommunikation auf der Homepage.

Nach wie vor findet sich das Thema nicht als Aufmacher auf der Homepage, sondern verschämt versteckt am unteren rechten Rand der Page. Unübersichtlich und langsam, das sind beides keine guten Bedingungen für einen Dialog.

Bis gegen 11:40 Uhr heute konnten sich die enttäuschten Unterstützer und Fans des WWF auf dessen Facebook-Seite austoben. Alle, die dem WWF schon immer mal die Meinung sagen wollten, kommen hier zu Wort. Zu Wort kommen auch alle, die sich einfach mal nur so austoben wollen. Jetzt scheint der WWF zu moderieren. Höchste Zeit. Auch auf Twitter findet wieder eine moderierte Diskussion statt, unter @wwf_deutschland. Der Account @wwf_antwortet ist weiterhin abgeschaltet.

Zu Facebook: Blogger Thomas Hutter hatte angeregt, rechtzeitig eine Landingpage zum Thema einzurichten und die Diskussion dorthin umzuleiten. Die Kommentarfunktion auf der Pinnwand hätte dann kurzfristig gesperrt werden können. Das wäre eine gute Möglichkeit gewesen, die Kommentare zu kanalisieren.

Der Shitstorm auf Facebook geht weiter. Bis 11:40 Uhr ohne Moderation des WWF.

Für den Kriseneinsatz scheint der WWF viel zu wenig Personal einzusetzen. Auf den Social Media-Kanälen fand bisher kaum Moderation statt, wenn überhaupt. Nun ist es so, dass Social Media keine Einbahnstraße ist. Für den WWF scheinen Facebook & Co. bisher nur nützliche Tools gewesen zu sein, um nette Nachrichten unter die Leute zu bringen. Jetzt zeigt sich die andere Seite von Web 2.0. Und hier ist schnelle und souveräne Aktion gefragt.

Der WWF war auf die Krise definitiv nicht ausreichend vorbereitet. Es war eine Krise mit Ansage. Die Antwort des WWF kam zögernd und defensiv. Zu ungewohnt ist es vielleicht für die Naturschützer, selber als die Bösen im Rampenlicht zu stehen. Das erfordert Umdenken, weg von einer Kommunikation der Presseerklärungen, hin zu einem echten Dialog. Da steht der Naturschutzorganisation noch einige Arbeit bevor.

Blogger Michael Friedrichs hatte sich ebenfalls ausführlich mit der Reaktion des WWF befasst. Sehr lesenswert.