„Unser Produkt ist Naturschutz. Wir brauchen Mitarbeiter, die unternehmerisch denken.“

Arbeiten in Nonprofit- und Internationalen Organisationen (1):

Hilmar Freiherr von Münchhausen zum beruflichen Einstieg bei der Deutschen Wildtier Stiftung

Viele Studenten und Absolventen möchten heute zumindest zeitweilig für Nonprofit- oder Internationale Organisationen arbeiten. Das Interesse dürfte in den nächsten Jahren eher noch steigen. Gerade die Millenials, die Generation der zwischen 1980 und 2000 Geborenen, setzen sich zu fast 40 Prozent für soziale oder gesellschaftliche Zwecke ein. So das Ergebnis der Shell Jugendstudie 2010. Doch wie bekomme ich den Fuß in die Tür? Und welche Anforderungen sollte ich erfüllen? Dazu habe ich mich etwas umgehört und die Ergebnisse werde ich in lockerer Folge veröffentlichen. Den Beginn macht ein Interview mit Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung

Die Arbeit in Nonprofit-Organisationen galt früher in erster Linie als etwas für Überzeugungstäter. Ist das heute noch so?

Nein. Wir brauchen professionelle Mitarbeiter, die unternehmerisch denken. Kenntnisse in BWL oder Jura sind durchaus von Vorteil.

Was unterscheidet die Arbeit für die Deutsche Wildtier Stiftung von der Arbeit für Unternehmen? Was ist besonders bei Ihnen?

Eigentlich unterscheidet uns nur das Ziel von anderen, auch von Unternehmen. Unternehmen produzieren Konsumgüter oder Dienstleistungen. Unser Produkt ist Naturschutz. Die Art des Arbeitens ist ähnlich. In beiden Fällen geht es darum, Menschen zu begeistern.

Welche Qualifikationen sollten Bewerber mitbringen? Worauf achten Sie besonders?

Eine Ausbildung, die genau auf das Anforderungsprofil passt. Die bisherige berufliche Laufbahn ist wichtig, so vor allem eine gewisse Kontinuität.

Welche Art der Erfahrung wäre eine Vorbedingung? Sind Fachkenntnisse im Naturschutz wichtig? Wie steht es um journalistische Erfahrung?

Das kommt auf die ausgeschriebene Position an. Erfahrung im Journalismus oder in der PR sind natürlich für Positionen in der Stiftungskommunikation wichtig. Wert legen wir auch auf Kenntnisse in der Arbeit mit Politik, Behörden und Nonprofit-Organisationen. Fachkenntnisse im Naturschutz sind ebenfalls wichtig. In dieser Hinsicht ist das Einstiegslevel entscheidend.

Wie sollte man sich bei der Deutschen Wildtier Stiftung bewerben (Online, per E-mail oder per Brief? Ausführlich oder Kurzbewerbung)?

Ich bevorzuge die klassische Bewerbung per Brief. Aber auch Bewerbungen per E-mail sind möglich. Bewerbungen sollten auf jeden Fall aussagekräftig und ausführlich sein.

Welche Chancen haben Initiativbewerbungen?

Wir berücksichtigen nur Bewerbungen für ausgeschriebene Positionen.

Welche Herausforderungen erwarten Praktikanten in Ihrer Stiftung?

Praktikanten sind gleichberechtigte Teammitglieder. Sie nehmen selbstverständlich auch an internen und externen Meetings teil und übernehmen in der Regel die Verantwortung für ein bis zwei Projekte. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Praktikanten die gesamte Organisation kennen lernen, eigenverantwortlich arbeiten und eigenen Ideen entwickeln.

Wie lange sollte ein Praktikum bei der Deutschen Wildtier Stiftung mindestens dauern?

Sechs Monate.

Wie hoch ist die Chance auf Übernahme nach einem Praktikum? Wie geht es nach dem Ende des Praktikums weiter?

Ein Teil der Praktikanten rutscht auf frei werdende Stellen. Zudem werden im Rahmen des Praktikums auch manchmal Projekte entwickelt und Finanzierungen beantragt. Praktikanten haben so die Chance, sich einen eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. Ungefähr zehn bis 20 Prozent der Praktikanten arbeiten weiter für uns. Darüber hinaus ist es natürlich sinnvoll für Praktikanten, mit uns in Kontakt zu bleiben. Wir arbeiten mit vielen Organisationen zusammen und empfehlen gute Leute gerne weiter.

Was macht den entscheidenden Unterschied in der Bewerbung?

Vor allem im Gespräch können Bewerber deutlich punkten. Ehrlichkeit und Natürlichkeit sind wichtig. „Auf den Punkt kommen“ ebenfalls.

Zur Person:

Hilmar Freiherr von Münchhausen ist seit 2002 Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung und zuständig für die Bereiche Umweltpolitik und Naturschutz. Er ist für die Entwicklung des Naturschutzprogramms und die Umsetzung der Projekte genauso verantwortlich wie für die politische Positionierung der Stiftung.

Der studierte Landwirt startete seine berufliche Laufbahn an der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig mit Studien zu den Umweltwirkungen der Landwirtschaft. Nach einjähriger Tätigkeit an der „Generaldirektion Landwirtschaft“ der Europäischen Kommission in Brüssel leitete Baron Münchhausen von 1996 bis 2001 das Referat „Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung“ beim WWF Deutschland.

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Die Deutsche Wildtier Stiftung: „Wildtiere in Deutschland schützen und Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Wildtiere begeistern – das ist das Anliegen der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Stiftung erhält Lebensräume von Wildtieren in Deutschland und setzt sich bei Politikern und in der Wirtschaft für ihren Schutz ein.“

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Der offizielle Spot der Deutschen Wildtier Stiftung:

Das Wildtierland Gut Klepelshagen ist das Naturerlebnisprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung. Rothirsch und Dachs, Reh und Wildschwein, Seeadler und Kranich finden hier ideale Lebensräume. Im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern leben unzählige Wildtierarten auf 2.000 Hektar eigenen Flächen ohne Gehege.

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