Die Karriere-Fanpage auf Facebook: Was funktioniert, was geht nicht?

Wann lohnt sich eine Facebook Karriere-Fanpage? Wann sollte ein Unternehmen lieber die Finger davon lassen? Antworten dazu gibt seit Jahren mein geschätzter Blogger-Kollege Henner Knabenreich. Jetzt hat er seine Empfehlungen in einem Whitepaper zusammengefasst und auf allfacebook.de veröffentlicht.

Personalern, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Karriereseite auf Facebook aus der Taufe zu heben, sei das Whitepaper dringend ans Herz gelegt. Aber auch PR-Leute dürfen sich angesprochen fühlen. Eine Facebook Karriere-Fanpage bedeutet viel Arbeit für das Unternehmen. Das Know-how will erworben, Content recherchiert, Prozesse wollen optimiert werden. Nicht immer ist ein Auftritt des Unternehmens wirklich sinnvoll und rechnet sich.

In seinem Intro schreibt Henner, dass sich die meisten Unternehmen sagen würden: „Wir müssen da sein, wo die Zielgruppe ist.“ Ja, wenn sie das mal tun würden. Dann wäre ja alles OK. Denn dann hätte sich das Unternehmen immerhin schon zwei wichtige Fragen gestellt und beantwortet: Wer sind meine Zielgruppen – und wo und wie erreiche ich die? Und so manches kostspielige Facebook-Abenteuer hätte sich dann schon im Planungsstadium erledigt.

Warum laut Henner diese Frage ein eher schwaches Argument sein soll, erschließt sich mir nicht. Vor allem, weil er einige Seiten weiter erklärt, dass ein auf die Zielgruppen bezogenes Vorgehen wichtig sei.

Henner betont, dass die Karriereseite auf Facebook „kein PR- und Marketing-Kanal“ sein solle. Es gehe „um den Dialog mit dem Nutzer, nicht um das Herausposaunen weichgespülter Marketingbotschaften!“ Wohl wahr. Das ist der PR oft auch bewusst. Denn viele durchaus erfolgreiche Facebook-Accounts werden von hauptberuflichen Kommunikationsexperten gepflegt. Was allerdings PR- und auch Social Media-Experten diverser Unternehmen und Nonprofits nicht davor bewahrt hat, von der „Social-Komponente“ der Social Media kalt erwischt zu werden, etwa in Krisenfällen.

Seit einiger Zeit sind auch unsere Freunde aus der traditionellen Oneway-Kommunikation, sprich: die Werber, auf Facebook „aktiv“.  Hier wäre die Mahnung schon eher angebracht. Zuhören und dann ins Gespräch kommen, das Gespräch weiter führen und ausbauen, das ist nicht so ihre Stärke. Gut zu sehen auch auf einigen Fanpages, die sich dem Nachwuchs im Handwerk widmen. Zum Beispiel hier.

Je mehr Fans ich habe, desto besser. Zu Recht kritisiert Henner dieses Ziel vieler Unternehmen. Wer versucht, die Zahl der Fans per Gewinnspiele zu erhöhen oder gar diese einfach einkauft, wird nur wenige Kontakte zu passenden Bewerbern aufbauen können. Zielgruppe verfehlt. Was leider allzu oft passiert. Das Whitepaper kann hier als PDF heruntergeladen werden. Lesenswert!