Weder Kisten tragen noch Regale einräumen? Von Null auf Hundert als Praktikant bei Edeka.

„Von Null auf Hundert, das kannst Du auch schaffen!“ Praktikanten-Rap Songs gibt es einige. Bisheriges Highlight der Szene war der BMW-Rap. Jetzt gibt es in dieser Liga einen weiteren Player. Edeka, schon früher für Überraschungen gut, hat jetzt den Edeka Praktikum Rap in die Welt entlassen. „Mutwillig freigesetzt“ wäre vielleicht etwas übertrieben formuliert. Auf YouTube erreichte der Song innerhalb von knapp zwei Tagen rund 95.000 Views. Und die Szene schäumt vor Begeisterung. Hier ein paar Zitate:

  • „Mein Traum ist es seit heute, bei Edeka ne Ausbildung zum Rapper zu machen !“
  • „was ein social media fail”
  • „Die armen Jungs sind nicht mehr zu rehabilitieren. Die werden nie wieder den Weg zurück in die Gesellschaft schaffen, weil EDEKA sie der lächerlichkeit preisgegeben hat.“
  • „Wie? Kein Kistenschleppen im Supermarkt? Wie kommt die Ware ins Regal?“
  • „…und deshalb find ichs echt vorbildlich von Edeka solche Projekte für Azubis zu machen…“
  • „Wenn sie jetzt noch anfangen gut zu rappen, feier ich das.“
  • „still better than justin bieber…“
  • „Also ich finds cool und ne lustige idee“
  • „ES IS SO BEHINDERT DASS ES WIEDER GEIL IS!“
  • „Wer stolz auf ein „Praktikum“ ist und dann auch noch bei nem Supermarkt der braucht mal neue Prioritäten.“

Der letzte Punkt ist aus meiner Sicht sehr wichtig. „Stolz“ auf die Arbeit sein. Kann ich stolz darauf sein, ein Praktikum bei Edeka zu machen? Die meisten Kommentare kommen nicht zu diesem Schluss. Es ist noch ein langer Weg. Und diesen Weg müssen Industrie, Handel und Handwerk gehen. Nur wenn ich stolz bin auf das, was ich mache, dann werde ich andere dafür begeistern können. Und dann werden mir andere das auch abkaufen.

In diesem Spot greift wie üblich die Employer Brand, wie bei jeder Werbe – und PR-Maßnahme eines Unternehmens. Sprich: Wie nehmen andere das Unternehmen und die Arbeit im Unternehmen wahr? In Sachen Edeka scheint die Wahrnehmung eindeutig (Kisten packen, Regale einräumen). Und die wird ein Rap Song nicht ausräumen können. Im Gegenteil. Dann gibt’s Gegenwind, so wie auf YouTube. Aussage im Video: „Hier musst Du keine Kisten tragen“. Kommentar in einem Blog: „ich kenne total viele azubis bei EDEKA; die NIX machen als an der kasse sitzen und kisten packen“.

Meinen Dank an den Fakeblog für den Hinweis. Wer sich den ultimativen Rap geben will, der sollte sich den Edeka Reichelt Wurst-Rap anschauen. Zum Vergleich unten ein Oldtimer: der Bäcker-Rap von Jona, gefunden bei personalmarketing2null.

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