Nachwuchskampagnen (2): Warum Webseiten für Auszubildende nicht knallbunt sein müssen.

Wie finde ich motivierte und fähige Auszubildende? Diese Frage stellen sich Handwerk und Industrie seit einiger Zeit. Und starten aufwendige Nachwuchskampagnen. Es gibt wenige gute Vorbilder, an denen sie sich orientieren könnten. Eines stelle ich hier vor. Dies ist der zweite Teil des dreiteiligen Interviews mit Sebastian Manhart, Geschäftsführer der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie (V.E.M.). Thema heute:

Social Media & Co. – Welche Netzwerke nutzt die V.E.M. für die Ansprache ihrer Zielgruppen?

Sebastian Manhart, V.E.M.

Viele Webseiten, die sich an Lehrlinge richten, zeichnen sich durch betont jugendliche Bilder und Sprache aus. Die V.E.M. hat einen eher nüchternen Auftritt im Internet.

Die Seite richtet sich nicht nur an die Lehrlinge. Die Eltern sind für uns wichtige Ansprechpartner. Sie beeinflussen sehr stark die Berufswahl ihrer Kinder. Das Design ist deshalb teilweise an die Vorstellungen der Eltern angepasst. Zudem sollte das Erscheinungsbild der V.E.M. im Web unseren Industriezweigen entsprechen. Metall- und Elektroindustrie, das sind die Klassiker in der Industrie und ein „ernsthaftes“ Geschäft. Ein verspielter Auftritt passt nicht dazu. Wir haben allerdings unseren Auftritt vor gut einem Jahr aufgefrischt und dynamischer gestaltet: Das Blau aus unserem Logo hat das bisherige, eher langweilige Grau abgelöst. Gelb haben wir als zusätzliche Farbe eingeführt.

Social Media: Hier ist die V.E.M. sehr präsent. Fast 1.000 Fans auf Facebook, nur 39 auf Twitter. 51 Videos auf YouTube, relativ geringe Zuschauerzahlen. Nach welchen Kriterien wurden die Social Media-Netzwerke ausgewählt?

Facebook ist wichtig für uns. Hier ist die Reichweite sehr groß. Alle sind dort. Was auf unserer Seite zu kurz kommt, das ist der Dialog. Richtige Interaktion, das findet noch viel zu wenig statt.

Die V.E.M. auf Facebook

Nun gibt es ja einige Unternehmen und Verbände, die darauf gar nicht soviel Wert legen.

Wir schon. Wir möchten stärker mit den Besuchern unserer Facebook-Seite interagieren. Twitter wiederum ist für uns nur ein Instrument, um etwas Bewegung auf der Webseite zu haben. Wir posten Tweets zu Nachrichten aus der Wirtschaft. Der Aufwand ist minimal.

Die Zielgruppe ist auch nicht auf Twitter.

Das stimmt. Mit Twitter richten wir uns eher an die Unternehmen, an die Älteren.

Mehr Besucher auf YouTube wären schon gut. Allerdings ist es hier ebenso so wie bei Twitter so, dass wir alle Videos nicht nur bei YouTube eingestellt haben, sondern auch auf unserer Website. Diese Einbindung steht im Vordergrund. Unser neuestes Projekt: Wir wollen per Video zeigen, wie eine Lehre über die Jahre abläuft. Vom „Schnupper-Praktikum“ über den Tagesablauf, die Aufgaben bis hin zur Prüfung.

Wir sind jetzt auch auf Google+ aktiv, mit guter Resonanz. Allerdings ist die Zielgruppe dort nicht zu finden, so unsere Erfahrung. Es sind Ältere, die sich dort mit uns vernetzen.

Das Team des V.E.M.-Lehrlingsblogs

Wie wirbt die V.E.M. für einen Besuch der Webseite und der Social Media Präsenzen?

Facebook bewerben wir ebenso wie unsere Webseite aktiv. Durch Inserate, in Anzeigen. Im Netz versuchen wir – neben Banner-Schaltungen – vor allem, unsere Facebook-Page immer wieder mit Ausbildungspages unserer Unternehmen zu vernetzen. Sehr gute Erfahrungen habe ich bei einer Ausbildungsmesse mit der „Social Media Box“ gemacht. Damit werden Fotos von Messeteilnehmern vor einer entsprechenden Rückwand gemacht und unmittelbar auf die Facebook-Page hochgeladen. Das hat uns innerhalb von vier Tagen beinahe 25 Prozent zusätzliche Fans aus einer enorm wichtigen Zielgruppe gebracht.

Dialog und Social Media Days:
Morgen erfahren Sie, wie die V.E.M. ihre Mitgliedsunternehmen in die Kampagne einbindet. Und wo Sie mit Ihrer eigenen Kampagne beginnen sollten.

Lesen Sie auch die umfangreiche Fallstudie von Henner Knabenreich auf personalmarketing2null zum Einsatz von Social Media bei der V.E.M.!

Der karriere.blog der österreichischen Online-Jobbörse karriere.at hat einen sehr lesenswerten Auszug des Interviews veröffentlicht.

Sie möchten, dass wir über Ihre Nachwuchskampagne berichten?
Dann sprechen Sie uns an.

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