Jena schlägt Dortmund: Ostdeutsche Regionen holen auf.

Einige ostdeutsche Regionen haben sich in den letzten Jahren so gut entwickelt, dass sie inzwischen besser dastehen als die strukturschwächsten westdeutschen Regionen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Für die regionale Wirtschaftsförderung in der kommenden Förderperiode von 2014 bis 2020 mussten die deutschen Fördergebiete und ihre Rangfolge erneut überprüft werden. Bund und Länder haben deshalb das IAB beauftragt, die Rangfolge der strukturschwachen Regionen in Deutschland zu berechnen. Dieses Ranking dient Bund und Ländern als Grundlage für die Neuabgrenzung der deutschen Fördergebiete. Entscheidend für das Ranking sind vor allem die Arbeitslosigkeit und das Lohnniveau. Hier besteht noch immer ein erhebliches Gefälle zwischen West und Ost. Es zeigt sich aber auch, dass es einigen ostdeutschen Regionen gelungen ist, ihre Position im gesamtdeutschen Ranking zu verbessern, sodass sie besser dastehen als die strukturschwächsten Regionen in Westdeutschland.

Dies gilt für Jena, Sonneberg, Eisenach, Weimar, Arnstadt, Luckenwalde, Potsdam-Brandenburg, Oranienburg und Dresden. Die strukturschwächsten Regionen in Westdeutschland sind dem Ranking zufolge Flensburg, Goslar, Osterode, Uelzen, Bremerhaven, Gelsenkirchen, Mönchengladbach, Husum, Lübeck, Wilhelmshaven, Hagen, Eschwege, Heide, Dortmund, Soltau, Holzminden und Wuppertal.

Soweit die Pressemitteilung des IAB. Was bedeutet das für die Unternehmen, die auf der Suche nach Fachkräften sind? Der Wettbewerb zwischen den Regionen ergänzt schon lange den zwischen den Unternehmen. Dabei ist nichts in Stein gemeißelt. Regionen im Westen, die heute als strukturschwach gelten, können in zehn  Jahren anders dastehen. Für einige Städte auf der „Wessi-Looser“-Liste sehe ich durchaus eine mittelfristig positive Perspektive.

Das hilft den betroffenen Unternehmen jetzt im Moment allerdings kaum. Standort strukturschwache Region, das bedeutet für die Unternehmen, ihre Employer Brand treffgenau zu definieren – und vor allem auch so zu kommunizieren, dass sie sich positiv von anderen Arbeitgebermarken abhebt. Zudem ist Kooperation  angesagt, die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und mit den Verwaltungen in den strukturschwachen Regionen. Nicht alles muss man als Unternehmen im Alleingang machen, trotz der Konkurrenz um Fachkräfte.

Strukturschwache_Gebiete