Zukunft Personal 2014: Modell Pusteblume – Arbeitgeber streuen Jobangebote über immer mehr Kanäle.

Pressemitteilungen pflege ich meist zu kommentieren. Von dieser Tradition möchte ich auch bei einer News der Messe Zukunft Personal 2014 nicht abweichen. In dieser sind mit Gerhard Kenk und Robindro Ullah zwei HR-Experten zitiert, die ich sehr schätze. Nun also in kursiv Auszüge aus der Mitteilung, plus eingestreute Kommentare.

„Die Komplexität bei der Rekrutierung von neuem Personal nimmt zu: Einerseits wird der Markt an Jobbörsen, Arbeitgeberbewertungsportalen & Co. immer vielfältiger. Andererseits müssen Recruiter zunehmend die komplette Klaviatur von klassischen Bewerbungsformen bis zu Social und Mobile Recruiting beherrschen…“

Stimmt, jetzt wird das Modell des Recruiters Next Generation Realität, das Robindro Ullah schon vor einigen Jahren vorgestellt hatte. Aktiv, kommunikativ, technikbegeistert, das sind einige Kennzeichen der heutigen Recruiter.

„Auf der Messe Zukunft Personal vom 14. bis 16. Oktober 2014 in Köln kommt die „Personaler-Zunft“ zusammen, um über Erfolgsstrategien für die Personalsuche von morgen zu debattieren. Neu ist die Themenreihe „Cross-Border Recruiting“ mit dem Schwerpunkt internationale Personalgewinnung.“

Ich bin wahrscheinlich auch vor Ort. Die Themenreihe mag neu sein, Cross-Border-Recruiting ist es nicht so ganz. Allerdings tun sich die deutschen Unternehmen schon mit dem Recruiting in Deutschland gelegentlich schwer. Und deshalb machen sie im Ausland zu wenig.

Robindro_Ullah_Personalkommunikation
Robindro Ullah

„Robindro Ullah, Head of Employer Branding und HR Communication von Voith, gibt Einblicke in Erfahrungen mit Social Recruiting am chinesischen Arbeitsmarkt. China sei gerade in Bezug auf dieses Thema unglaublich schnelllebig und folge kaum allgemeinen Gesetzmäßigkeiten. „Hier müssen Unternehmen weit schneller auf technologische Änderungen reagieren, als wir es in Deutschland gewohnt sind“, so Ullah. Viele der Erfahrungen seien daher auch explizit Learnings für Strategien auf anderen Arbeitsmärkten.“

Diesen Vortrag werde ich mir auf jeden Fall anhören.

Deutschlands beste Jobportale

„Recruiting funktioniert heute nach dem ‚Modell Pusteblume‘: So wie Kinder über die Wiese gehen und die Löwenzahnblüten durchpusten, so platzieren Arbeitgeber heute nahezu überall ihre Stellenanzeigen“, erklärt Gerhard Kenk. Der Geschäftsführer von Crosswater Job Guide ist zuständig für die Bewerberumfrage des Gütesiegels „Deutschlands beste Jobportale“, das am Dienstag, 14. Oktober, auf der Zukunft Personal 2014 vergeben wird.“

Auf der letzten Zukunft Personal saßen „Deutschlands beste Jobportale“ ja „am Katzentisch“, wie ich berichtet hatte. Dies ist in 2014 anders. Gut so.

Gerhard_Kenk
Gerhard Kenk

„Die Zahl der Bewerber, die mehrere Jobbörsen gleichzeitig nutzen, ist seit 2008 stetig gestiegen“, so Kenk. Inzwischen nutzten 93 Prozent der Jobsuchenden im Schnitt sechs Jobbörsen. „Von den großen, bekannten Jobbörsen hat keine einzige ein Alleinstellungsmerkmal oder eine Monopolstellung am Markt erreicht“, schließt der Experte. Neben einer größeren Streuung von Jobangeboten liege mobile Recruiting im Trend.

Doch Jobbörsen und vor allem Arbeitgeber hinkten den Nutzungsgewohnheiten der Bewerber hinterher. Die Gründe: Einerseits müssten Personaler bei der Bewerbung per Smartphone aktiver kommunizieren und teilweise die Qualifizierung des Bewerbers selbst recherchieren. „Dieses Ping-pong ist für Recruiter ungewohnt.“ Andererseits sei die mobile Anpassung ein Kostenfaktor. Denn dabei kämen neue IT-Projekte hinzu, denn die Unternehmen müssten traditionelle Bewerbungssysteme dennoch weiterführen. „Das führt zu einer Co-Existenz von mehreren Kanälen.“

Ich stimme allen Aussagen (fast) uneingeschränkt zu. Der vorrangige Job der Arbeitgeber sollte es heute sein, ihre Karrierewebseiten bald einmal mobiltauglich zu machen. Vergessen Sie erst einmal die App, machen Sie ihre Webseite responsive. Denn auf dieser Webseite landen alle Ihre Bewerber irgendwann einmal, über alle Kanäle.

FutureLAB HR: Recruiting-Tools der Zukunft entwickeln.

Studien zu Recruiting gibt es jede Menge. Nur scheinen sie nicht immer gelesen zu werden. Zumindest erzeugen sie oft wenig Wirkung bei den Zielgruppen. Das Tagesgeschäft und eingefahrene Rollenverständnisse (HR als Administrative Expert) lassen nicht allzu viel Raum für Innovationen. Deshalb bin ich auf die folgende Veranstaltung gespannt:

„…wie können Personaler diese Erkenntnisse >>von Studien wie „Recruiting Trends“/HW<< in die Praxis umsetzen und heute schon wissen, wie sie morgen rekrutieren? Welche neuen Technologien stehen zukünftig zur Verfügung und welche Kenntnisse brauchen Recruiter? Um diese Fragen geht es im neuen „FutureLAB HR“, das Monster am ersten Messetag ausrichtet. Aufbauend auf einen Impulsvortrag von Dr. Lars Janzik, Senior Director Product Management CE, können die Messebesucher softwaregestützt dazu diskutieren und Ideen kommentieren.“

Die Originalfassung der Pressemitteilung finden Sie hier.

Die Zukunft Personal

Die Zukunft Personal in Köln ist Europas größte Fachmesse für Personalmanagement. Der Veranstalter erwartet für den 14. bis 16. Oktober 2014 rund 16.000 Personalverantwortliche aus dem In- und Ausland.

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