Corporate Publishing: Geheim-PR zwischen Buchdeckeln?

ARD-Monitor berichtete am 05.02. über Corporate Publishing. Aufhänger war ein Kinderbuch, im Buchhandel zu kaufen für 12,95 Euro. Auszug aus dem Text: „Papas neuer LKW macht fast keine Schadstoffe mehr. Das finde ich gut. Papas neuer LKW hat einen Stern, es ist ein Mercedes“.

„Das Buch vermittelt eine andere Glaubwürdigkeit. Wenn Sie eine Unternehmensbroschüre machen steht da immer das Branding oder als Absender das Unternehmen im Vordergrund“, erklärte Maria Akhavan, Verlagsleitung Corporate Publishing beim Verlag Springer Gabler, in einem Interview.

Günter Bentele, Vorsitzender des Deutschen Rats für Public Relations, kam ausführlich zu Wort. Seine Meinung: „Kinder können sich deutlich schlechter wehren. Und sie haben nicht den Blick auf die Welt, den Erwachsene haben. Den können sie noch gar nicht haben. Also ist das besonders verwerflich, wenn diese Zielgruppe so manipuliert wird.“

„Der Gesetzgeber müsste mehr tun, was diese nicht geregelten Grauzonen in Bereich Schleichwerbung anbelangt. Hier müssten klare Kennzeichnungsverpflichtungen gesetzlich eingeführt werden, damit solche Dinge nicht länger möglich sind“, forderte Bentele.

Im Beitrag waren neben Daimler auch die Deutsche Vermögensberatung, Hoffmann und Campe, RAG und Springer Gabler genannt.

Der Begleittext von Monitor zum Video: „Das Medium Buch gilt als besonders glaubwürdig. Doch diese Glaubwürdigkeit wird nun erschüttert. Der Grund: Anders als in der Presse, müssen bezahlte Werbe-und PR-Botschaften in Büchern nicht als solche gekennzeichnet werden. Ein Schlupfloch, das nach MONITOR-Recherchen viele Unternehmen nutzen; gemeinsam mit renommierten Autoren und bekannten Verlagen. Bezahlte Geheim-PR: Je Zielgruppe mal in Sachbüchern versteckt, mal in Romanen oder sogar in Kinderbüchern.“

Dieser Blogpost ist auch als Beitrag im PR-Journal erschienen.

Hier sehen Sie den Bericht von ARD-Monitor: