LinkedIn: Für eine starke Employer Brand aufs Gehalt verzichten

Fast ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer würde bei einem Jobwechsel auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wenn das neue Unternehmen eine starke Arbeitgebermarke ist. Umgekehrt schließen 52 Prozent den Wechsel zu einer schwachen Arbeitgebermarke aus, weitere 21 Prozent würden sich diesen mit einem Gehaltsaufschlag von mindestens 10 Prozent kompensieren lassen. Dies sind Ergebnisse einer Studie* des Business-Netzwerks LinkedIn zum Thema „ROI einer Arbeitgebermarke“, in der über 1.000 deutsche Arbeitnehmer befragt wurden.

Im Zusammenhang mit der Studie zeigt LinkedIn auch auf, warum Unternehmen schwache Arbeitgebermarken mit Millionenbeträgen kompensieren müssen. „Der Aufbau einer positiven Arbeitgebermarke steht für deutsche Personaler an erster Stelle, wenn es um die Personalbeschaffung geht: 43 Prozent erklären diese Disziplin zur Top-Priorität in ihrem Unternehmen**„, erklärt Chris Brown, Direktor LinkedIn Talent Solutions Großbritannien, der für die Studie verantwortlich zeichnet.

„Eine Arbeitgebermarke ist nicht das, was ein Personalchef gerne über sein Unternehmen hören würde, sondern das, was Mitarbeiter und Kandidaten tatsächlich über einen Arbeitgeber denken und sagen. Soziale Netzwerke bieten Unternehmen die Chance, zuzuhören und transparent mit spannenden Kandidaten in Dialog zu treten“, fügt Alexandra Kolleth, Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland, Österreich, Schweiz, hinzu.

Starke Marke, schwache Marke

LinkedIn hat untersucht, welche Aspekte eine Marke in den Augen von Arbeitnehmern attraktiv erscheinen lassen und was sie an Marken abschreckt. Als „starke“ beziehungsweise „schwache“ Arbeitgebermarken definiert LinkedIn die Unternehmen, für welche die Top-3-Kriterien aus dem jeweiligen Bereich zutreffen:

Starke Arbeitgebermarken bieten die folgenden Aspekte:

  • 48 Prozent: Ein höheres Level an Job-Sicherheit
  • 36 Prozent: Mehr Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung
  • 33 Prozent: Mehr Eigenverantwortung und Eigenständigkeit in der Arbeit
  • 28 Prozent: Die Chance, mit einem guten Team zu arbeiten
  • 23 Prozent: Einen hervorragenden Ruf der Führungsmannschaft

Schwache Arbeitgebermarken kämpfen mit folgenden Aspekten:

  • 52 Prozent: Unternehmen, bei denen die Arbeitsplatzsicherheit in Frage steht
  • 50 Prozent: Unternehmen mit dysfunktionalen oder schlecht performenden Teams
  • 44 Prozent: Eine Führungsmannschaft mit schlechtem Ruf
  • 37 Prozent: Negative Kommentare von (ehemaligen) Mitarbeitern
  • 34 Prozent: Beschränkte Möglichkeiten der Karriereentwicklung

Sieben Millionen Euro Mehrkosten

Die Kompensation, die schwache Arbeitgebermarken leisten müssen, errechnet sich aus der Fluktuation im Unternehmen und dem Aufschlag auf das Gehalt der neuen Arbeitskräfte. Geht man von einer jährlichen Fluktuationsrate von 17 Prozent und einem Durchschnittsgehalt von 43.234 Euro aus***, ergibt sich bei einem Aufschlag von 10 Prozent für ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern eine jährliche Kompensation von rund 7,3 Millionen Euro.

„Der Einfachheit halber haben wir in diesem Beispiel angenommen, dass jeder der neuen Mitarbeiter 10 Prozent mehr Gehalt einfordern würde“, so Alexandra Kolleth. „Lassen sich nur die Hälfte oder ein Viertel der neuen Mitarbeiter einen Markenmangelausgleich bezahlen, kommt das betreffende Unternehmen immer noch auf fast 3,7 beziehungsweise fast 1,8 Millionen Euro Mehrkosten. Dieses Budget ist sehr viel besser im Aufbau einer starken Arbeitgebermarke angelegt.“

* LinkedIn hat 1.005 Vollzeitarbeitskräfte zum Thema Employer Branding befragen lassen. Die Umfrage wurde im August 2015 von ICM Unlimited durchgeführt. Die Studie ist statistisch repräsentativ.

** Im Oktober 2015 veröffentlichte LinkedIn-Studie mit dem Titel „Global Recruiting Trends 2016„, bei der 3.894 HR-Fachkräfte befragt wurden.

*** Formel: Kompensation = (Σ Mitarbeiter * % Fluktuation) * (Ø Gehalt * % TB-Faktor). Quellen:

  • 17%: Laut Statistischem Bundesamt gab es in Q2/2015 rund 43 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. 3,91 Millionen, also zirka 17% gaben in einer IfD Allensbach-Umfrage von 2015 an, in diesem Jahr den Beruf/Arbeitgeber wechseln zu wollen.
  • 3.527 Euro pro Monat / 43.234 Euro pro Jahr Durchschnittsgehalt in Deutschland im Jahr 2014, laut Statistischem Bundesamt.

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