Google for Jobs kommt – und jetzt zurück zum Tagesgeschäft

Google for Jobs wird es bald auch in Deutschland geben. Grund genug für ein kurzes Hyperventilieren in der HR-Szene – und natürlich für ausführliche Blogbeiträge. Allen voran Henner Knabenreich mit einem sehr lesenswerten Beitrag. Auch Alexander Fedossov von der Wollmilchsau hatte zügig berichtet. Nach dieser kurzen Aufregung jetzt aber zurück zum Tagesgeschäft. Alles andere wäre Hype – und der ist bei Google for Jobs nicht angesagt.

Der Google-Tweet vom 15. März

Google Deutschland hatte am 15. März mit einem Tweet den Rollout angekündigt: „Wir testen derzeit die neue Jobsuche, um das Finden von Arbeitsplätzen leichter zu machen. Einige von euch haben sie vielleicht schon gesehen, wenn ihr nach Jobs gesucht habt. Wir freuen uns, sie schon bald für alle verfügbar zu machen! #StayTuned“

Vor ein paar Wochen hielt sich die Google-Pressestelle mir gegenüber noch sehr bedeckt. Auf meine Anfrage vom 26. Februar, dass verlässliche Quellen von einem Rollout für Ende März berichtet hatten, kam nur die Antwort: „Bitte hab dafür Verständnis, dass wir uns zu Spekulationen nicht äußern.“

Google Update: Sichtbarkeit der Jobbörsen deutlich reduziert

Ich war also (halbwegs) vorbereitet. Den Hinweis, dass Google for Jobs jetzt endlich kommt, hatte mir nicht der Google-Tweet gegeben. Der war mir erst später am 15. März aufgefallen. Als erstes hatte ich an diesem Tag mit großem Interesse einen Tweet von Tim Verhoeven gelesen. Aussage: „Sehr interessantes #SEO Update von @Google . Aus Sicht von #Recruiting interessant: zu den größten Verlierern in Deutschland gehören @stepstone_de @kununu und @XING_de Sehr spannend und man sollte seine eigenen Werte im Auge behalten.“

Das neue große Core Algorithmus Update von Google brachte laut Sistrix einigen Jobbörsen signifikante Veränderungen im Sistrix-Sichtbarkeitsindex – und zwar deutlich zum Negativen. meinestadt.de (-13,3), StepStone (-14,1), Xing (-15,9), kununu (-20,8) büßten kräftig ihre Sichtbarkeit ein. Das mag Zufall sein, kununu zählte schon im letzten Jahr zu den Verlierern. Der Gedanke, der mir beim Lesen spontan durch den Kopf ging: „Google for Jobs ist da“. Ich weiß auch nicht, wie ich darauf gekommen bin. 😉

Erst mal entspannen und sich informieren

Was bedeutet das für uns, für HR, für die Bewerber? Erster Rat: Ausatmen, Ruhe einkehren lassen. Zweiter Rat: Entspannt schauen, wie sich der Markt entwickelt. Es wird eine Menge Beiträge in der Fachpresse und in Blogs geben, wie mit Google for Jobs umzugehen ist. Einen ganz hervorragenden und ausgesprochen ausführlichen Beitrag möchte ich hier empfehlen. Gerhard Kenk vom Crosswater Job Guide hatte schon vor geraumer Zeit die unterschiedlichen Stellenanzeigen-Innovationen analysiert und sein Beitrag ist nach wie vor in Gänze lesenswert. Titel: Wohin führt die Revolution der Stellenanzeigen? Innovationen von Google, Glassdoor und Indeed.

Indeed: Zweistellige Zuwachsraten trotz Google for Jobs

Wird das neue Angebot der Tod aller Jobbörsen in Deutschland? In den USA gibt es Google for Jobs schon seit dem Juni 2017. Die Jobsite Indeed hatte seinerzeit jede Form der Kooperation kategorisch ausgeschlossen. Hat es Indeed geschadet? Dazu kann der Quartalsbericht III/2018 des Indeed-Mutterunternehmens Recruit Holdings Auskunft geben. Zitat: “Indeed attracts approximately 250 million monthly unique visitors and job seeker traffic continued to grow double digits year on year during the quarter. Indeed had approximately 8,000 employees located in 29 cities in 14 countries as of December 31, 2018.” (Hervorhebung von mir).

Ein zweites “Google Shopping”?

Google for Jobs kommt also und die Welt geht weiter. Längst nicht alle Google-Projekte haben sich als erfolgreich erwiesen. „Google Shopping“ beispielsweise – braucht das wirklich jemand? Das Recruiting hat allemal wichtigere Dinge, um die es sich kümmern muss, als ein Angebot, das Google eher halbherzig einzuführen scheint.

„Klar, seht zu, dass Ihr in die Google for Jobs „Box“ rein kommt. Schaden wird’s nicht“, schreibt Alexander Fedossov. „Recruiter in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern der EU können die weitere Entwicklung von #Google4Jobs eigentlich in Ruhe abwarten, bis sich der mediale Kanonendonner gelegt hat“, meint Gerhard Kenk. Das sehe ich auch so. Es kann aber nicht schaden, das eigene Recruiting mal auf den Prüfstand zu stellen.

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