HR-Klima Index 2015: Change Management ist zentrale Herausforderung.

Für rund 30 Prozent der Personaler steht Change Management ganz oben auf der Agenda der Personalarbeit, ergab der HR-Klima Index von Kienbaum. Die Steigerung der Führungs- und Managementqualität hat in diesem Jahr eine ähnlich hohe Priorität für die Personalabteilungen. Für den HR-Klima Index hatte Kienbaum rund 500 Personalchefs aus mehr als 15 Ländern befragt.

„Die Ergebnisse der Studie spiegeln den gestiegenen Anspruch an Personalbereiche bei der Begleitung und Steuerung von Veränderungsprozessen wider. Weitere zentrale Themen für die HR-Arbeit sind die Rekrutierung neuer Mitarbeiter, die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sowie die Qualifizierung und Weiterbildung des Personals. Hingegen scheinen die Themen Big Data, Work-Life-Balance und Diversity Management 2015 von geringerer Bedeutung für die tatsächliche HR-Arbeit zu sein“, sagt Walter Jochmann, Geschäftsführer von Kienbaum Consultants International.

Budgets vieler Personalbereiche steigen

Nach Jahren der Stagnation steigen 2015 erstmals die finanziellen Ressourcen der Personalarbeit leicht an. Gut ein Drittel der Personalchefs erwartet eine Steigerung des Budgets bei weiterhin gleichbleibenden Mitarbeiterzahlen im Personalbereich. Nur 14 Prozent gehen von geringeren Budgets als im Vorjahr aus.

Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern setzen unterschiedliche Prioritäten bei ihrer Personalarbeit

Die Personalbereiche in Unternehmen aus Industriestaaten befinden sich in einer Phase der Konsolidierung: Sie legen einen besonderen Fokus auf die Optimierung ihrer Prozesse und die stärkere Positionierung von Personalthemen im Gesamtunternehmen. Eine andere Agenda verfolgen Personalabteilungen von Unternehmen aus Schwellenländern: Nach Phasen starken Wachstums und damit einhergehenden intensiven Recruiting-Aktivitäten stehen nun der Aus- und Aufbau der Personalbereiche und die Bearbeitung von neuen Themen wie dem Performance Management im Mittelpunkt.

Weitaus größere Unterschiede zwischen Industrie- und Schwellenländern gibt es hinsichtlich der Prioritäten zur Weiterentwicklung der HR-Arbeit. Die Teilnehmer aus Industrieländern sehen die Optimierung von HR-Prozessen mit Abstand als wichtigstes Thema an. In den Personalabteilungen der Schwellenländer ist die Kompetenzentwicklung ihrer Mitarbeiter und die Erhöhung der Messbarkeit ihrer Wertschöpfung durch Kennzahlen und KPIs das Top-Thema.

Bedeutung der Personalabteilung als strategischer Partner wächst

Die Personalarbeit wird immer mehr zum strategischen Partner des Managements. In neun von zehn Unternehmen, die für die Kienbaum-Studie befragt wurden, sind die Personalchefs im Topmanagement vertreten und in die meisten strategischen Initiativen und Projekte eingebunden. Im internationalen Vergleich zeigt sich: Die Personalbereiche aus Schwellenländern sind zum Teil sogar geringfügig besser in ihren Unternehmen positioniert als solche aus Industriestaaten.

Rund die Hälfte der Personaler erwartet, dass die Bedeutung der Personalarbeit im Unternehmen steigt. Nur drei Prozent gehen von einem Rückgang aus. Ähnlich positiv sehen Personaler die Rolle von HR als Business Partner. Zwei Drittel der Befragten schätzen die Rolle als stark bis sehr stark ein.