Überlegungen zum Gespräch mit Thomas Vollmoeller/CEO von Xing

Am 26. Februar hatte ich mit Thomas Vollmoeller (Foto, © Xing), CEO von Xing, gesprochen. Konkreter Anlass: An diesem Tag legte Xing die vorläufigen, nicht testierten Geschäftszahlen für das Jahr 2018 vor. Und diese können sich sehen lassen. Einige meiner Fragen lagen auf der Hand. Am 11. Februar hatte das Unternehmen die Umfirmierung der Xing SE in die New Work SE angekündigt. Diese Nachricht wurde in der Personalerwelt und darüber hinaus nicht durchweg wohlwollend aufgenommen. Hatte Xing damit gerechnet und wie geht das Unternehmen mit der Kritik um? Und die wirklich spannenden Fragen: Was wird sich verändern? Wie geht es weiter?

Meine persönliche Reaktion auf  die „New Work SE“ war gemischt. Hier kommen einige „einerseits vs. andererseits“.

New Work, bei aller Liebe zu diesem wirklich wichtigen Thema, ist ein allseits bekannter Begriff mit hohem Hype-Potenzial, der aber nicht wirklich nach Alleinstellung „schmeckt“. „Xing“ hingegen schon. Aber dann gibt es auch „Google“ und die „Alphabet Inc“. So wirklich kann man beide Fälle allerdings nicht vergleichen.

Und dann gibt es natürlich die mir aus der PR vertraute Strategie, einen Begriff zu „belegen“, zu „vereinnahmen“. Aber sollte man so etwas mit einem großen Unternehmen durchziehen? Wäre das nicht ein recht großes Risiko? Hype-Begriffe sind meist nach einiger Zeit eher abgeschmackt – und die Verfallszeit ist heute recht kurz. Obwohl ich schon davon ausgehe, dass uns New Work länger erhalten bleiben wird.

Gab es weitere Gründe? War es der Druck des Wettbewerbs und New Work ist eine elegante Ausweichbewegung? Ist das Wachstumspotenzial der Netzwerke ausgereizt und jetzt geht es darum, aus dem Netzwerk mit neuen Produkten das Optimum herauszuholen? Oder war es von allem etwas?

Zwei Zitate aus dem dem Xing-Geschäftsbericht für 2017 schaffen etwas Klarheit:

  1. „Frühzeitig hat das Unternehmen den Megatrend „Zukunft der Arbeit“, oder „New Work“ besetzt.“ (Seite 10)
  2. „Für Thomas Vollmoeller war der Rahmen der zweiten NWX-Ausgabe – von Location bis Teilnehmerzuspruch – ein Beweis dafür, wie richtig die Entscheidung des Unternehmens, das Thema New Work bereits vor einigen Jahren strategisch zu besetzen und seither mit Nachdruck zu verfolgen. Man habe sich so als einer der wichtigsten Partner in dieser gesellschaftlich so relevanten Entwicklung etabliert.“ (Seite 28f.)

Also war es gut geplant und eine Menge aufregender New-Work-Produkte sind in der Pipeline? Dann wäre das Portal „Hallo Freelancer“ erst der Anfang. Denn dieses Projekt allein würde nicht ausreichen, um sich dauerhaft als wichtigsten Player in New Work zu positionieren. Ich bin gespannt, was kommen wird. Der Besuch der „New Work Experience“ am 7. März in Hamburg dürfte in mehrfacher Hinsicht neue Erkenntnisse bringen.

Der Human Resources Manager hatte am 28. Februar das Interview veröffentlicht.