Umfrage: Büro nur noch für Treffen mit Kollegen und Kunden nutzen?

Die Kontaktbeschränkungen in Deutschland werden schrittweise gelockert. Doch bevor Unternehmen ihre Bürotüren wieder vollständig öffnen, müssen sie noch einiges ergänzen oder gänzlich überdenken: von den angebotenen Arbeitsmodellen über die technologische Ausstattung der Arbeitsplätze bis hin zu den Hygiene-Maßnahmen in Großraumbüros.

In einer aktuellen Citrix-Umfrage unter Büroangestellten geben 41 Prozent der Befragten an, dass sie gerne häufiger von zuhause aus arbeiten würden. Vier von zehn (39 Prozent) Arbeitnehmern wünschen sich außerdem flexiblere Modelle, bei denen sie einfach zwischen Büro und Home Office wechseln können.

Flexibles Arbeiten: vom Nice-to-have zum Must-have

Vor der Coronakrise haben die befragten Büroarbeiter im Schnitt an circa fünf Tagen pro Monat zuhause gearbeitet. In der Zukunft werden sich flexible Arbeitsmodelle und Fernarbeit in einer insgesamt digitaleren Unternehmenskultur niederschlagen, glauben 38 Prozent der Befragten. 64 Prozent sehen das Büro zukünftig vornehmlich als einen Ort für persönliche Treffen mit Kollegen und Kunden.

Neue Bürokultur und neue Technologien sind gefragt

Vor der Rückkehr ins Büro müssen die Arbeitgeber aber noch einiges tun. 58 Prozent der Umfrageteilnehmer haben Bedenken bei Coworking- und Hotdesking-Konzepten angesichts der aktuellen Pandemie. Auch bei der technologischen Ausstattung der Arbeitsplätze sehen Arbeitnehmer Nachholbedarf: 63 Prozent der befragten deutschen Büroarbeiter denken, dass das Home Office der Arbeit im Büro mittlerweile ebenbürtig ist, wenn ausreichend technologisch ausgestattet. Über ein Drittel (36 Prozent) der Teilnehmer geben jedoch an, dass sie derzeit auf ihren Arbeitsrechnern Software und Tools nutzen, die von der IT-Abteilung nicht genehmigt, oder sogar explizit verboten wurden. Den größten Anteil machen dabei Instant-Messenger (53 Prozent) und Videokonferenz-Software (51 Prozent) aus.

Was gerade für die IT-Abteilungen eine Herausforderung darstellt, ist ein erstes Anzeichen der erwähnten zukünftigen digitaleren Unternehmenskultur, die neue Technologien schneller adaptiert und in den Arbeitsalltag integriert. Auch abseits der Technologie sind die Auswirkungen der Krise auf die Unternehmenskultur nicht zu unterschätzen: 35 Prozent der befragten Arbeitnehmer glauben, dass verstärktes Home Office das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verbessern wird.

Vertrauen in die Mitarbeiter soll erhalten bleiben

Der abrupte Wechsel ins Home Office in der Krise erforderte Vertrauen auf beiden Seiten. Ein Viertel der Befragten hofft nun, dass dieses stärkere Vertrauen und die größere Autonomie auch nach der Krise erhalten bleiben. Ein Fünftel erhofft sich zudem, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter weiterhin im Fokus des Unternehmens bleibt. Insgesamt sind die Arbeitnehmer optimistisch, dass Unternehmen diese Erwartungen in Zukunft erfüllen. So denkt über die Hälfte der Befragten (52 Prozent), dass es am Arbeitsplatz mehr Verständnis für die menschliche Komponente geben wird und 53 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Erfahrungen der Coronakrise helfen werden, traditionelle Unternehmenshierarchien aufzuweichen.

„Um „Schatten-IT“ zu vermeiden, sollten Unternehmen in der Zukunft sicherstellen, dass den Mitarbeiter notwendige Technologien zur Verfügung stehen, damit diese von überall produktiv und sicher arbeiten können“, sagt Petra-Maria Grohs, Regional Vice President Deutschland bei Citrix. „Neben der technologischen Ausstattung sollten Arbeitgeber zudem das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter auch in der neuen Arbeitswelt nicht vergessen. Einige Menschen tun sich schwer, in der neuen, teils ungewohnten Situation einen klaren Strich zwischen Job und Privatleben zu ziehen. Das ist nur verständlich, wenn beides im gleichen Raum oder sogar am gleichen Tisch stattfindet“, so Grohs abschließend.

Über die Befragung

OnePoll befragte im Auftrag von Citrix 7.500 Büroarbeiter mittlerer und großer Unternehmen in Deutschland, den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich und den Niederlanden, die wegen der aktuellen Situation von zuhause arbeiten. Die Befragung wurde in April und Mai 2020 durchgeführt.